OMAP5948

Der OMAP5948 wird in den Bosch/Blaupunkt Navigationssystemen als sog. HMI-Prozessor (HMI = Human-Machine-Interface) verwendet. „OMAP“ ist die englische Abkürzung für „Open Multimedia Application Platform“ und bezeichnet eine Mikrocontroller-Produktlinie von Texas Instruments (TI). Es handel sich um ein SOC-System (SOC = System-On-Chip), womit ein Chip bezeichnet wird, der für sich allein bereits lauffähig ist.

:i: Dieser Chip wurde vermutlich speziell für Bosch entwickelt und produziert. Es gibt über ihn keine öffentlich verfügbaren Unterlagen, auch wird man ihn nicht auf der TI Homepage finden. Es gibt jedoch Anzeichen dafür das es sich um eine Variante des OMAP5912 handelt. Alle nachfolgenden Informationen basieren auf dieser Annahme, sofern man es nicht selbst durch Messungen und Tests ermitteln konnte.

Wer mehr darüber weiß als ich, dem wäre ich sehr dankbar wenn er sich über das Kontaktformular bei mir meldet! :-)

Der Chip enthält einer ARM9-CPU und einem DSP noch viele weitere Komponenten:

Nicht alle davon kommen in den Navigationssystemen zum Einsatz. Die Betriebs- und Signal (IO) Spannung beträgt 1,6V und der Chip kann mit maximal 192 MHz getaktet werden. Da für die internen Komponenten nicht jeder Pin einzeln rausgeführt wird, sind etliche Pins im „Multiplex“ belegt. D.H. je nach Softwarekonfiguration des Chips kann der Pin eine andere Funktion haben. Erkennbar ist dies an Pinbezeichnungen die durch Schrägstrich getrennt sind, z.B. MPUIO1/RTCK/SPIF.SCK. Dieser Pin könnte also intern entweder mit einem generischen IO-Port der CPU (MPUIO1), einem Signal des JTAG-Controllers (RTCK) oder mit dem Taktsignal einer SPI-Schnittstelle (SPIF.SCK) verbunden sein.

Dieses Schaubild zeigt einen funktionalen Überblick des Chips:

Der CPU im OMAP entspricht dem Typ ARM926EJ-S und der ARM-Architektur ARMv5TEJ. Sie versteht zwei Befehlssätze (Mnemonics): ARM (32-Bit) und Thumb (16-Bit) und kann 8, 16 oder 32-Bit Daten verarbeiten. Die CPU-Einheit besitzt einen 16K-Byte Befehls-Cache und einen 8K-Byte Daten-Cache, sowie eine Daten- und Programm-Speicherverwaltungseinheit (MMU). Die CPU wird ausschließlich im Little Endian Modus betrieben.

Die CPU enthält weiterhin einen Coprocessor 15 (CP15) and protection module. Dieser erkennt z.B. Programmabstürze oder unzulässige Speicherzugriffe.

Die JTAG-ID der CPU lautet 0x0692602F, die IRLEN beträgt 50 Bit.

Der DSP ist ein TMS320C55x (C55x) und besitzt z.B. Video Hardware Accelerators für DCT, iDCT, Pixel Interpolation, sowie Motion Estimation für Video-Compression.

Hierüber werden externe Speicher verwaltet.

''EMIFS'' ("External-Memory-Interface-Slow")

Hierüber werden externe Flash-Speicher oder statische RAMs (SRAM) angebunden. Diese Schnittstelle bietet einen 16-Bit breiten Datenbus, sowie 4 Chip-Select Signale. Der Adressbus ist 25 Bit breit und somit in der Lage Speicherbausteine bis max. 64M-Bytes zu nutzen. Die maximale Gesamtkapazität liegt somit bei 4×64 = 256M-Byte.

''EMIFF'' ("External-Memory-Interface-Fast")

Dient zur Ankopplung von dynamischen RAMs (SDRAM). Der Datenbus ist 16-Bit und der Adressbus 25-Bit breit (max. 64M-Byte). Über zwei Bank-Select Bits können also maximal 4x 64M-Byte (=256M-Byte) an externem SDRAM angesprochen werden.

Der OMAP bietet ein IEEE 1149.1 konformes JTAG-Interface an.

JTAG_CHAIN = 8, 4, 38 ; list of IR lenghts of all TAP controller in JTAG chain

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  • Zuletzt geändert: Sun. 23.09.2018 20:10
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