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Bremsscheibe prüfen (Oberfläche, Dicke, Höhen-/Seiteschlag)

Eine ordnungsgemäße, funktionstüchtige Bremsscheibe ist relevant für den TÜV, aber auch für die eigene Sicherheit und die der anderen Straßenteilnehmer. Das betrifft ihre Oberfläche und Beschaffenheit. Die Oberfläche muss frei von Riefen, gleichmäßig plan und ohne Macken sein. Die Scheibe darf keinen Höhen- oder Seitenschlag aufweisen.

Diese Anleitung zeigt einige Verfahren dies zu überprüfen und ist ideal anzuwenden beim Reifenwechsel oder der jährlichen Inspektion.

  1. Bügelmessschraube/Mikrometer (nach DIN 863) oder spezieller Bremsscheiben-Messschieber (ein einfacher Messschieber funktioniert wegen des äußeren Verschleißgrates nicht!)
    • Messbereich: 25-50 mm
    • Auflösung: 0,01 mm (oder besser)

Kauftipp: Achtet bei der Suche nach einem geeigneten Mikrometer auf die Angabe „DIN 863“ (oder „ISO 3611“, das ist dasselbe). Diese garantiert eine Messgenauigkeit von +- 0,001 mm. In günstigen Angeboten wird hier oft einfach die Anzeigegenauigkeit angegeben, das ist aber nicht dasselbe! Ob man ein analoges oder digitales nutzt ist dabei nicht relevant.

  1. Bremsscheiben immer kalt messen. Bremsen vorher nicht heiß fahren
  2. Fahrzeug anheben und Rad demontieren
  3. Radauflagefläche der Bremsscheibe, sowie Stehbolzen der Radnabe reinigen

Verwende eine Tabelle zur Dokumentation:

VL / VR / HL / HR
Scheibenschlag außen:
____ mm
Position Maximum:
____ Uhr
Nabenschlag ohne Scheibe:
____ mm
Scheibe eine Position versetzt:
____ mm
Radialschlag Scheibe:
____ mm
Scheibendicke min.:
____ mm
Scheibendicke max.:
____ mm
DTV:
____ mm
  1. Mikrometer ungefähr 10 mm innerhalb des äußeren Randes ansetzen - die Messflächen müssen wirklich plan auf beiden Reibflächen sitzen. Die Friktionskupplung des Mikrometers dazu schließen, aber nicht kräftig zudrehen.
  2. Rundum an 8 Stellen im Abstand von ca. 45° messen und die Werte notieren
  3. Kleinsten Wert mit der zulässigen Mindestdicke vergleichen
  4. Gleichzeitig Maximum − Minimum berechnen. Damit erkennst du eine Dickenschwankung/DTV (Disc Thickness Variation).

Für die vorderen Bremsscheiben (Neumaß 28,0 mm) gilt eine Mindestdicke von ''26,0 mm'' und eine maximal zulässige Dickenabweichung von 0,008 mm.

Beispieltabelle:

Position Dicke
0° 27,92 mm
45° 27,91 mm
90° 27,92 mm
135° 27,90 mm
180° 27,91 mm
225° 27,92 mm
270° 27,91 mm
315° 27,92 mm

Hier wäre der DTV 0,02 mm, berechnet aus max. 27,92 mm − min. 27,90 mm.

Bremsscheibe prüfen

  1. Gang rausnehmen (Neutral-Stellung)
  2. Bremssattel ausbauen
  3. Bremsscheibe mit geeigneten Radmuttern (Bei Verwendung der Original Alu-Radmuttern müssen diese unterfüttert werden, z.B. mit M14er Muttern) oder einfach Standard-Muttern M12 x 1,5 an den Stehbolzen der Radnabe fixieren (Handfest genügt)
  4. Messuhr anbringen (Magnetfuß auf einem massiven, unbeweglichen Teil des Achsschenkels oder des Federbeins setzen) mit etwas Vorspannung (1 mm) auf der Scheibe ansetzen (10 mm vom Außenrand) und nullen
  5. Die Scheibe mit einer Ratsche an der Achsschraube langsam drehen und dabei den Ausschlag der Messuhr beobachten

Laut Ford beträgt der zulässige maximale Seitenschlag der eingebauten vorderen Bremsscheibe 0,10 mm.

Markiere mit einem Stift auf der Scheibe die Stelle des größten positiven Ausschlags. Das wird später wichtig, um Scheibe und Nabe auseinanderzuhalten. Wenn du beispielsweise immer bei „12 Uhr“ +0,07 mm und bei „6 Uhr“ −0,03 mm bekommst, hast du einen reproduzierbaren Fehler und keine Messunsicherheit.

Falls die Scheibe einen Schlag aufzeigt, musst du sie nicht sofort ersetzen. Scheibe markieren und um einen Radbolzen versetzt wieder montieren. Wieder exakt gleich verspannen und neu messen. Bei fünf Bolzen kann man theoretisch alle fünf Positionen prüfen. Wandert der Hochpunkt mit der Scheibe mit, liegt der Fehler hauptsächlich in der Scheibe und diese gehört ausgetauscht. Bleibt der Hochpunkt jedoch relativ zur Nabe an derselben Position, liegt die Ursache eher bei Nabe/Lager/Anlagefläche. Dann die nächste Prüfung (Radnabe) durchführen. Ändert sich der Gesamtwert erheblich je nach Position, überlagern sich Naben- und Scheibenschlag. Dann kann man sogar eine günstige Position finden, bei der beide Fehler sich teilweise kompensieren.

Radnabe prüfen

Als nächstes die Nabe selbst messen. Hierzu den Bremssattelträger ausbauen und die Bremsscheibe entnehmen und den Messvorgang wiederholen. Die Werte für den maximalen Seitenschlag sollten hier deutlich geringer ausfallen:

  • 0,00 – 0,02 mm ⇒ sehr gut
  • 0,02 – 0,04 mm ⇒ noch plausibel, aber bereits relevant
  • > 0,04 – 0,05 mm ⇒ auffällig und als Ursache für Scheibenschlag ernst zu nehmen

Das ist aufgrund der Rostansetzung im Außenring der Scheibe eher schwierig.

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  • Zuletzt geändert: Sat. 10.10.2026 17:03
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