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Funktion

Unter der Fahrzeugkonfiguration, im Fachjargon auch „CCC“ (für „Central-Car-Configuration“) genannt, versteht man die im zentralen Steuergerät (BCM) hinterlegten Einstellungen zu ausstattungsabhängigen Funktionen und deren Wirkungsweise. Dies beinhaltet Ausstattungsmerkmale wie z.B. „LED Tagfahrlicht“, „Standheizung“, „Automatikgetriebe“, oder landesspezifische Einstellungen wie die Sprache und das Einheitensystem (Meilen/Kilometer) aber auch benutzerabhängige bzw. Wunschkonfigurationen, wie z.B. den Gurtwarner.

Alle Einstellwerte zusammen bilden eine Art Datei, welche die komplette Fahrzeugkonfiguration enthält. Diese „Datei“ wird mit Hilfe eines Programmieradapters und Software im Flash-Speicher der Zentralelektrikbox (BCM) und als Backup im Kombiinstrument (IPC) abgelegt.

CCC als Broadcast auf dem CAN-Bus

Die Konfigurationsdaten der CCC werden permanent vom BCM auf den MS-CAN und HS-CAN gesendet. Das IPC leitet diese in den MM-CAN weiter, da das BCM dort kein eigenes Interface hat. Die Fahrzeugmodule empfangen diese Daten und können daraus für ihre Funktion relevante Informationen entnehmen und sich gemäß des Setups einstellen. Der Vorteil einer zentralen Konfiguration ist, das man nicht mehr jedes Modul einzeln programmieren muss.

CCC zum Auslieferungszustand

Die CCC wird beim Bau des Fahrzeuges festgelegt und programmiert. Über einen geeigneten Programmieradapter kann diese praktisch von jedermann geändert werden. Im Normalfalls ist dies weder notwendig noch sinnvoll, denn die meisten Einstellungen setzen natürlich die entsprechenden Komponenten im Fahrzeug voraus. Hat man ein Schaltgetriebe wird dieses selbstverständlich nicht zum Automatikgetriebe, nur weil man es in der der CCC umstellt.

Es gibt jedoch Parameter die rein das Verhalten einer vorhandenen Komponente beeinflussen. Das Paradebeispiel hierfür ist wohl der werksseitig verbaute, kraftstoffbetriebene Zuheizer in allen 2.2l Dieselmodellen. Dieser lässt sich durch umstellen der Funktion in der CCC als vollwertige Standheizung mit programmierbaren Schaltzeiten betreiben.

Safety first - Als erstes ein Backup der aktuellen CCC anfertigen

Bevor man nun anfängt irgendwelche Dinge auszuprobieren, sollte man dringend beachten das man durch falsche Einstellung oder unsachgemäßes programmieren, bzw. ungeeignete Programmiertools (Hardware, Software) sein Auto ganz schnell in einen hübsch lackierten Briefbeschwerer verwandeln kann! Von daher ist es mehr als eine Empfehlung, vor jeglicher Modifikation die aktuelle CCC aus dem BCM auszulesen und als Datei auf seinem PC oder USB-Stick abzulegen.

Sollte es dafür bereits zu spät sein, gibt es noch zwei Rettungsanker. Der erste ist eine öffentlich zugängliche Website von Ford-Motorcraft, wo man durch Eingabe seiner Fahrgestellnummer (VIN) die CCC vom Werksauslieferungszustand in Form einer As-Built Datei herunterladen kann (hierfür existiert sogar direkt ein Button im ELMconfig). Die so geladene Datei kann man dann mit Hilfe eines einfachen Texteditors in eine ELMConfig-komptabile CCC-Datei umwandeln.

Bearbeitungs- und Programmiersoftware

Einfacher als direkt mit den Bits und Bytes zu hantieren, ist es einen CCC-Editor zu verwenden. Der vermutlich bekannteste für den Ford Mondeo ist wohl „ELMconfig“. Mit dieser Software und einem kompatiblen ELM327 Programmieradapter, lässt sich der Inhalt der CCC vom BCM bequem einlesen und als klartextoptionen darstellen. Ebenso kann eine geänderte CCC damit wieder ins BCM zurückgeschrieben werden.

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