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Türscharnier

Diese sind bei allen Türen gleich aufgebaut. Sie haben neben der Lagerungsfunktion auch noch die Aufgabe die Tür in bestimmten Positionen zu halten, damit diese nicht direkt wieder zuschlägt auch wenn das Fahrzeug mal etwas schief steht.

auf dem nachfolgenden Bild sieht man ganz links ein vollständiges Türscharnier im Originalzustand (das kleine Loch oben auf dem Zylinder bitte wegdenken, das war ein Versuch):

Rechts dann die Komponenten:

  1. Der Halter der an der Tür festgeschraubt wird. Durch die rechteckigen Löcher hat man etwas Spiel um die Tür zu justieren
  2. Dieser Teil ist in der Karosserie eingeschraubt. Fieserweise befinden sich die Befestigungsmuttern auf der Rückseite. Um da ran zu kommen muss man die komplette Innenverkleidung in dem Bereich öffnen.
  3. Die Kappe (oben drüber der abgesägte Deckel davon) schützt den darin befindlichen Federmechanismus (rechts davon im Bild) vor Staub und Dreck. Eine besondere Schmierung ist hier ab Werk nicht vorhanden. Die Kappe und der obere Teil des Federmechanismus sind mit einer Dichtung dazwischen verquetscht. Das schließt diese hermetisch ab. Man kann die Kappe nicht entfernen, außer man sägt sie ringsrum auf, was ich hier getan habe.
  4. Mit dieser Befestigungsschraube sind die beiden Teile des Türscharniers befestigt. Schraubt man diese heraus (Achtung: Linksgewinde!) sind Tür und Fahrzeug voneinander getrennt.
  5. Dieser Teller mit den beiden Nuten wird im statischen Teil des Türscharniert eingelegt und durch die Schraube (4) fixiert. Auf ihm befindet sich (fest) der Bolzen für die Federmechanik.
  6. Der untere Teller mit dem Zahnkranz wird in den beweglichen Teil (1) der an der Tür befestigt wird eingeschoben. Direkt über dem Zahnkranz ist der Teller etwas verjüngt. Hier liegt die Dichtung und die verquestschte Hülse an.
  7. Der obere Teller (Stempel) ist über eine innenliegende Nut+Feder beweglich gelagert. Er kann sich auf und ab bewegen.
  8. Die sehr kräftige Feder hält den darin liegenden Stempel auf dem unten liegenden Teller. Die Feder hat wenig Arbeitsweg, aber eine enorme Kraft!
  9. Mutter und Unterlegscheibe um die Feder oben zu fixieren. Dreht man die Mutter heraus kann man die Mechanik zerlegen.
  10. Der Dichtring für die Schutzhülse
  11. Die im Halter fest eingebauten Schrauben verbinden ihn mit der Karosserie
  12. Befestigung an der Tür mit Schrauben

Hier im Video ist die Mechanik im oberen Türscharnier zu sehen. Man muss sich das Video um 90° im Uhrzeigersinn gedreht vorstellen. An dem Zahnkranz wo ich die Wasserpumpenzange ansetze ist normalerweise die Tür befestigt, der Teil im Schraubstock ist an der Fahrzeugkarosserie festgemacht. Damit ich den Zahnkranz überhaupt drehen kann habe ich die Federspannung durch öffnen der Mutter (links im Bild) stark reduziert. Dadurch hat die Mechanik sehr viel „Spiel“, was im gepsannten Zustand nicht der Fall ist.

Folgendes ist auf dem Video zu sehen:

  1. In Ausgangsposition (Ruhelage) ist die Tür ist zu. Hier haben die beiden Teller baubedingt ein axiales Spiel. Wenn man die Tür ein wenig öffnet oder kurz vorm Schließen hat, merkt man das gut. Sie lässt sich sehr leicht bewegen.
  2. Dann drehe ich zur Rastposition 1. Hierbei wird der obere Teller gut sichtbar nach links (also nach oben) gedrückt. Hier spürt man bei der Tür erstmal einen Anfangswiderstand und dann geht sie ein Stück weit sehr schwer. Lässt man sie in einer solchen Position einen Moment ruhen und bewegt sie dann, kommt bei einem defekten Türscharnier das mehr oder weniger laute Knack-Geräusch zustande!
  3. In Rastposition 1 angekommen, hat die Tür sehr wenig Spiel. Dann ist sie so ca. 30 cm weit geöffnet. Hier kann man nur minimal hin- und herbewegen. Es gibt in dieser Position auch keine Geräusche mehr.
  4. Zuletzt drehe ich weiter zur nächsten Rastposition 2. Dabei ist die Tür dann vollständig geöffnet. Auch hier hat sie ein relativ großes Spiel.
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  • von go4it