artikel:fahrzeugkonfiguration:asbuilt

Aufbau der "ASBUILT" Datei

Die AsBuilt-Datei enthält die Fahrzeugkonfiguration im Auslieferungszustand des Fahrzeugs („AsBuilt“ bedeutet einfach „wie gebaut“). In ihr sind sämtliche Modulkonfigurationen enthalten, passend zu den Ausstattungsmerkmalen des Fahrzeugs.

Normalerweise braucht man diese Daten nicht, denn sie sind sowohl im BCM als auch im IPC gespeichert. Sollte man sich jedoch mal die CCC mittels ELMConfig oder FORscan „verstellt“ haben, kann man die Originalprogrammierung hierüber wieder herstellen.

Glücklicherweise kann jeder, ohne Anmeldung und kostenfrei über diese Ford-Motorcraft Webseite herunterladen. Hierzu wird lediglich die VIN - Fahrzeugidentifikationsnummer des Fahrzeugs benötigt.

Link zum Download der ASBUILT: https://www.motorcraftservice.com/AsBuilt

Inhaltlich besteht die ASBUILT-Datei (Dateiendung .ab) aus einer XML-Datei mit folgendem Aufbau:

WF0MXXGBWMES35290.ab
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<AS_BUILT_DATA>
  <VEHICLE>
    <VIN>WF0MXXGBWMES35290</VIN>
    <CCC_MODULE>
      <CCC_NODE1> 726</CCC_NODE1>
      <CCC_NODE2> 720</CCC_NODE2>
 
<CCC_DATA>5700318273713030350D0A5746304D58584742574D455333353239300D0A0000000000000000000D0A0000000D0A0000000000000D0A00000D0A0000000000000D0A00000000000000000000000000000000000000000D0A000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000FCF7050201016D020101100101010002020102020201010302020202040103030201010101010100010101010701050101010101060100020103030203010102240401020300151125001201020101010000010001010101020202010202010101010101010201010100010101020201010402010100010001000100010001020101000102020302020100000000030002020200000001010001010100000500010000000000000301010100000101000000010201010000010201010000000201010002030300000000000000000000000000030200000000000000000000010002000000000000000000000200000000000000000000000000000000000000</CCC_DATA>
    </CCC_MODULE>
    <ERROR>
      <ERRORCODE> 612</ERRORCODE>
      <ERRORMSG>  PCM DATA NOT FOUND</ERRORMSG>
    </ERROR>
    <ERROR>
      <ERRORCODE> 613</ERRORCODE>
      <ERRORMSG>  BCE DATA NOT FOUND</ERRORMSG>
    </ERROR>
    <ERROR>
      <ERRORCODE> 615</ERRORCODE>
      <ERRORMSG>  SPDJB DATA NOT FOUND</ERRORMSG>
    </ERROR>
    <MISC_DATA>
      <TEARTAG></TEARTAG>
    </MISC_DATA>
  </VEHICLE>
</AS_BUILT_DATA>

Der interessante Teil ist dieser:

    <CCC_MODULE>
      <CCC_NODE1> 726</CCC_NODE1>
      <CCC_NODE2> 720</CCC_NODE2>
      <CCC_DATA>...</CCC_DATA>
    </CCC_MODULE>

Hier befindet sich die CCC in Hexadezimaler Schreibweise, zwischen dem <CCC_DATA> und </CCC_DATA> Tag. Weiterhin besagen die beiden CCC_NODE-Tags das diese für die Module mit der Node-ID 0x720 (dem IPC und der 0x726 (dem BCM) verwendet werden.

Die eigentlichen Konfigurationsdaten sind im Node <CCC_DATA> enthalten. Dieser besteht aus einem 256 Byte langen Info-Block, gefolgt von einem ebenfalls 256 Byte großem Config-Block.

:i: Die von ELMConfig als Datei gespeicherten CCC-Dateien mit der Dateiendung .elm enthalten exakt diesen CCC-Teil in der Hexadezimalschreibweise. Durch herauskopieren und abspeichern in eine separate Datei könnte man diese problemlos mit ELMConfig als CCC einlesen.

In ForScan werden diese Daten zur Direkteingabe/Programmierung z.B. so angeboten:

Speicheradressen (Kodieradressen)

Die einzelnen Parameter werden an Speicheradressen geschrieben. Eine Speicheradresse hat folgenden Aufbau:

770-01-03

Nutzdaten (Kodierdaten)

Auf sie folgen eine Reihe von Bytes in hexadezimaler Schreibweise, jeweils als DWORD (2 Bytes in Folge) ausgeführt, z.B.:

5746 3047 58E5

Prüfsummen

Das letzte Byte einer jeden Datenreihe ist eine Prüfsumme. Diese berechnet sich aus der Summe der ihr vorangestellten Datenbytes inkl. der Speicheradresse und dient dem System zur Sicherheit gegen Übertragungsfehler. Die Addition erfolgt auf 8 Bit Datenbreite, d.H. am Ende wird als Prüfsumme nur das letzte Byte (letzten 8 Bit) der Summe verwendet.

Die Kodieradressen werden dazu ebenfalls in Bytefolgen umgewandelt. Dazu werden diese einfach von rechts nach links als Byte-Paare geschrieben. Aus 770-01-03 wird die Bytefolge:

07 70 01 03.

Jetzt werden die Nutzdaten angefügt, aus obigen Beispiel ergibt sich dann:

07 70 01 03 57 46 30 47 58

Diese Bytes dann einfach mit einem Taschenrechner im HEX-Modus addieren. Hierzu kann man z.B. einfach den Windows Rechner verwenden. Diesen über das Menü links oben auf den „Programmierer“ Modus umstellen und anschließend auf „HEX“ (blauer Balken erscheint links daneben) klicken. (Wer mag kann direkt die „Genauigkeit“ auf BYTE umstellen. Beim Start steht da noch QWORD. Dort einfach draufklicken bis BYTE erscheint):

Nun die Bytes nacheinander über die Tastatur eintippen und mit „+“ addieren:

07 + 70 + 01 + 01 + 57 + 46 + 30 + 47 + 58

Nach Addition des letzten Bytes erhält man als Ergebnis die Prüfsumme (arbeitet man nicht im BYTE Modus, dann nimmt man einfach nur die letzten beiden Stellen):

E5

Diese Prüfsumme wird beim kodieren der Bytesequenz als letzte Information beigefügt und in die für AsBuilt typische DWORD-Schreibweise gebracht:

57 46 30 47 58 E5 = 5746 3047 58E5

Diese DWORDs können wir nun z.B. direkt in die Eingabefelder einer ForScan-Kodierung einfügen:

770-01-03 : [5746] [3047] [58E5]
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