Zentralelektrikbox (BCM)

BCM bzw. BCMii - „Body Control Module“, bzw. auf Deutsch „Zentralelektrikbox“.

Die Varianten von FL und vFL unterscheiden sich schon rein äußerlich. Beim FL sind sämtliche Stecker auf der Oberseite angeordnet, beim vFL seitlich.

BCM vom vorFacelift (vFL) BCM vom Mondeo Facelift (FL)

Das BCM kann als „Zentralgehirn“ des Fahrzeuges verstanden werden. Es gibt praktisch kein Modul und keine Funktion, die ohne das BCM auskommt bzw. nicht von ihm gesteuert wird. So steuert es z.B. Beleuchtung, Zentralverriegelung, Alarmanlage, Reifendruckkontrolle, Spannungsversorgung der Module, uvm.

Das BCM enthält eine Kopie der Central-Car-Configuration, kurz „CCC“ genannt. Je nach Ausstattung besitzt das BCM intern verschiedene Anschlüsse, was die Nachrüstung einiger Funktionen verhindert oder zumindest stark erschwert. Fehlende Anschlüsse für die Antennen des RDKS-Systems zur Positionsbestimmung der Sensoren, sind hier ein gutes Beispiel.

Das BCM dient auch als Gateway zur Verbindung von Schnittstellen wie OBD, HS- und MS-CAN.

Das BCM-Modul befindet sich unterhalb des Handschuhfaches:

Heruntergeklapptes BCM im FL Heruntergeklapptes BCM im vFL bei einem Rechtslenker
Stromaufnahme Betriebsmodus
0,006 A „Tiefschlaf“, durch BCM ausgelöst
0,240 A Normaler Betriebsmodus im Stand, mit Zündung an

Im „Tiefschlafmodus“ findet keinerlei Kommunikation über den CAN- oder LIN-Bus statt. Sobald eine Nachricht auf dem CAN-Bus (egal ob HS-CAN oder MS-CAN) anliegt, erwacht das BCM von selbst wieder.

Nachfolgend eine Liste der Sensoren, Aktoren und Module die direkt am BCM angeschlossen sind und von diesem gesteuert werden:

  1. Abschaltung der Innenraumbeleuchtung
  2. Tankklappenverriegelung
  3. Heckklappenschloss
  4. LED-Tagfahrlicht (FL)
  5. Blinker (vorn, hinten, rechts, links)
  6. Rückwärtsgang-Schalter
  7. Türkontaktschalter („door ajar“), die erkennen ob eine Tür geöffnet oder geschlossen ist

Zunächst müssen die beiden Steckhülsen, die den Teppich halten, entfernt werden. Anschließend kann man das separatur Teppichstück einfach abziehen. Nun dreht man die gelbe Verriegelung um 180° gegen den Uhrzeigersinn und klappt das Modul nach unten.

Es ist hinten drehbar gelagert und besietzt einen Anschlag. Es öffnet sich zumindest so weit, das man an die Relais und Sicherungen heran kommt.

Das BCM lässt sich zum testen auch ohne „Fahrzeug“ drumherum betrieben. Hierzu reicht es eine Versorgungsspannung wie folgt anzulegen:

  • +12V an C5-1 und C5-2 (Hauptstromversorgung), sowie C1-63
  • GND an C1-54 und C2-65

Man hört dann direkt ein „Klack“ vom Battery-Safer-Relais, welches normalerweise die Innenraumelektronik mit Strom versorgt. Gleichzeitig fängt das BCM auf seinen CAN-Bussen an zu senden. Der Anschluß ist an folgenden Pins möglich:

  • FL:
    • HS-CAN: CAN_HIGH an C3-6, CAN_LOW an C3-7
    • MS-CAN: CAN_HIGH an C1-30, CAN_LOW an C1-31
  • vFL:
    • HS-CAN:
    • MS-CAN:

Mit Hilfe eines CAN-Bus Adapters (z.B. einem Varianten) kann eine Verbindung zu den CAN-Bussen hergestellt und die dort übermittelten Daten mitgelesen werden.

Beispielsweise kann man das Signal des Rückwärtsgangschalters sehr schön simulieren. Hierzu schaut man sich in einem CAN-Analyzer (z.B. CANHacker) die ID 433 und dort das vierte Byte (D3) an. Im zweiten Bit (Bitmaske 0b00000010) findet man das R-Signal. Unbetätigt (Eingang am BCM nicht beschaltet und damit durch den internen Pullup HIGH, also 12V) ist das Bit 0 (Dezimalwert vom Byte ist 0). Legt man nun den Eingang C1-29 (FL) auf Masse wird das Bit 1 (Dezimalwert vom Byte ist dann 2). Gleichzeitig kann man an den Ausgängen C2-73 und C2-74 (FL) eine Spannung von 12 Volt messen. Dies sind die Ausgänge für die Rückfahrlichter.

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  • Zuletzt geändert: Thu. 27.12.2018 01:21
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